SMB 11 Kesselbefundung

Nach 20 strengen Einsatzjahren hat unser SMB 11i eine Revision des technischen und mechanischen Teils nötig. Dies auch zur Substanzerhaltung, um grösseren Aufwand durch Neuproduktion verschlissener Komponenten zu vermeiden. 

Jede Grossrevision starten wir mit einer gründlichen Befundung des jeweiligen Fahrzeuges. Dies ist nötig, zwecks Beurteilung einer Kosten/Nutzen Frage. 

Ebenso lässt sich ein Budget und Revisionsplan errichten. 

In diesem Arbeitsschritt wird der Dampfkessel von innen beurteilt. Nötig dazu ist der Ausbau aller Siede- und Rauchrohre. Dies geschieht  unter Mithilfe des letzten Kesselschmiedes in der Schweiz (Demian Soder). In der Rauchkammerrohrwand werden die Rohre mit dem Schneidbrenner “gehickt”, wodurch diese ihre Spannung vom eingewalzten Zustand verlieren.

In der Kupferfeuerbüchse wird mit dem Presslufthammer- und Meisselaufsatz der Kupferbördel der Rohre entfernt. 

Nun werden die Rohre mit dem Presslufthammer gegen die Rauchkammer hinausgestossen. Eine zeitaufwändige und kräftezehrende Arbeit. Der dazu verwendete, 20kg schwere Presslufthammer, muss in mühseliger Arbeitsposition (kopfüber) in Position gehalten werden. Jedes Rohr ist ca. 4 Meter lang und 10kg schwer. Die grossen Rauchrohre wiegen sogar ungefähr 55 kg.

Sobald der Kessel komplett ausgerohrt ist, erfolgt eine gründliche Innenreinigung mittels Nadelhammer und Drahtbürste. Erst dann können Langkessel, Feuerbüchsdecke, Stehbolzen und Deckenanker durch uns und anschliessend durch das Kesselinspektoriat SVTI begutachtet und beurteilt werden.